KANT und seine Aufklärung

AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.¹


Die Erziehung zur Mündigkeit

Der Mensch soll sich nicht von anderen Meinungen leiten lassen. Sprich er soll ein Freidenker werden. Das fordert Immanuel KANT.

Psychologisch haben wir hier ein großes Problem. Ein Kind versucht, durch Nachahmung ein Selbst zu bilden. Aus demselben Grund nimmt es auch die Meinung anderer auf. Es ist eine Identifizierung, von der das Kind jedoch wieder loskommen muss. 

Nach KANT muss das Kind durch Erziehung lernen, selbst autonom zu werden. Daher sollte ein Kind nicht alles vorgemacht bekommen. Es soll auch nicht alle Verantwortung abgenommen werden. 

Die Erziehung muss so eingerichtet sein, dass es, nach John DEWEY gesprochen, den psychischen Funktionen des Kindes erlaubt wird zu reifen. Das Kind muss aber auch aktiv seine Autonomie aufbauen. Es muss dabei selbst unabhängig werden wollen. 


Mündigkeit in der Gesellschaft

Der Mensch ist unter anderen Menschen. Die Gesellschaft versucht, auf den Einzelnen einen Zwang auszuüben. Das macht sie durch mit ihren Regeln und Normen. Das ist auch vertretbar. Aber nur, solange man das freie Denken des Einzelnen nicht einschränkt. 

Das heißt, keiner darf den anderen einschränken. Die Religion darf es nicht. Die Politik darf es nicht und auch sonst keiner (Gesetz des Sollens).

Andererseits darf sich keiner seiner eigenen Autonomie berauben lassen. Jeder soll seine eigene Autonomie aufbauen. Der Erzieher soll dem einzelnen Menschen dabei helfen seine Identität auszubilden. Ein Mensch, der seine Autonomie selbst nicht ausbildet, macht das selbst verschuldet. 

Für KANT braucht der Unmündige Mut. Kann er den Mut nicht aufbringen, sich selbst seines Verstandes zu bedienen, so ist auch nicht aufgeklärt. Denn der Wahlspruch der Aufklärung heißt ja:"Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!“  

Nach KANT ist der Mensch mündig durch seinen eigenen Verstand. Erst wenn der Mensch seinen Verstand benutzt, ist er wirklich Mensch. Auf diese Weise ist er ein mündiger Mensch. In der Mündigkeit ist der Mensch imstande sich selbst ein Urteil zu bilden. Ob Entscheidungen im Alltag oder moralische Beschlüsse, durch das eigene Urteil, ist der Mensch fähig seine eigene Freiheit aufzubauen.


1 http://www.uni-potsdam.de/u/philosophie/texte/kant/aufklaer.htm

Literatur: 

Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik, Wolfgang Klafki, 6.Auflage 2007

Geschichte der Pädagogik,  Winfried Böhm, 3.Auflage, 2010

Wörterbuch der Pädagogik, Winfried Böhm, 16. Auflage, 2005



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