Grenzensetzen leicht gemacht

Wie gehst du mit Grenzen von anderen Leuten um? Und wie gehst du mit deinen eigenen um? Grenzen zu setzen ist kein leichtes Ding. Jeder scheint von dir etwas zu wollen. Jeder drückt dir etwas auf. Oft wollen Menschen einfach anderen wehtun. Doch wie setzt du am besten grenzen? Das wird dir hier gezeigt.

Es gibt zwei Ursachen, um Grenzen zu stecken. Als erstes sind es Leute die dir wehtun. Als zweites gibt es Leute, die dich von deiner Leistung her ausnutzen. Aber es gibt auch Leute, die beides machen.

Eine Weisheit von Buddha.

Buddha saß auf einem Stein. Gegenüber von ihm war ein Mann. Dieser Mann beschimpfte Buddha sehr bösartig. Ein Zögling von Buddha fragte ihn, warum er sich nicht wehre.

Buddha fragte: “Wenn ich dir ein Geschenk geben würde und das Geschenk gefällt dir nicht, würdest du es annehmen oder nicht“. 

Der Zögling meinte, ohne zu zögern: “Natürlich würde ich es annehmen“.

"Siehst du Zögling“, sagte Buddha, „Das unterscheidet uns beide voneinander. Ich nehme das Geschenk des Mannes nicht an“.

Viele Lösungen gibt es hier auf einer Website:

Die drei Grenzen:

Doch viele wollen dich auch ausnutzen. Was beim Schiedsrichter mit einer gelben und roten Karte funktioniert, kannst du auch gut verwenden. Ein Ausspruch: das ist eine gelbe Karte wert, kann eine Grenze gut aufzeigen. 

✧ Toleranzgrenze: Du hast eine Grenze überschritten, aber ich stehe ´drüber.

✧ Schmerzgrenze:  Gelb-Rot zeigt an, jetzt bin ich sauer auf dich. 

✧ Absolute Grenze: Rot: Platzverweis, komme mir nicht (mehr) unter die Augen.


Eine andere Möglichkeit ist 1… 2 ... 3 zu zählen. Die 1 ist dem entsprechend ein Warnschuss, die 2 ein Anzeichen, dass der andere gefälligst aufhören muss, bevor es Konsequenzen gibt. Bei der 3 sollte es dann tatsächlich zu Konsequenzen führen. Dann darf der andere auch gern einmal selbst die Suppe auslöffeln.

Diese Grenzen können, dürfen und sollten du auch bei dem Anderen aufzeigen und ausdrücken.

Selbstwertgefühl steht Grenzen im Weg

Als Psychotherapeut hört man oft, dass Grenzen von anderen Menschen wichtiger sind als die eigenen. Das gilt gerade bei Kindern oder dem Chef. Sie dürfen fast machen, was sie wollen.

Doch Hochleistung kannst du für andere aber nur bringen, wenn du in deinen eigenen Optionen bleibst. Wer immer alles gibt, verliert auch sehr viel Kraft. Wenn du nicht mehr so kannst, wie es die anderen wollen, dann werden sie mit dir auch nicht zufrieden sein und du selbst mit dir auch nicht. 

Mache also für dich und andere das, was du kannst und willst. Damit hast du mehr davon und die anderen auch, weil es gibt, bessere Resultate. 

Aber Achtung: Das heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass du dich Neuem verschließen sollst. 

Habe mit lieben Menschen Kontakt.

Umgibst du dich mit Leuten, die dir nicht so gut tun. Fügen dir Leute immer wieder seelische Schmerzen zu? Du solltest dich dann fragen, ob du den Kontakt auch wirklich haben willst.

Manchen kannst du nicht umgehen, wie auf der Arbeit und in der Nachbarschaft. Dann sprechen wir von Mobbing. Auch in der eigenen Familie gibt es Menschen, die anderen immer wieder wehtun. Zum Beispiel gibt es auch Eltern, die ihren eigenen Kindern seelische Schmerzen zufügen. Betroffen sind auch oft die Schwiegertochter und der Schwiegersohn. In der Familie tun solche Schmerzen besonders weh.

Die Frage ist natürlich, ob diese Menschen dir mit voller absichtlich wehtun. Für dich kann das ein klares JA sein. Doch die meisten solcher Leute sind nicht bösartig. Sie kennen es halt nicht anders, als Vorwürfe zu machen oder sind schlichtweg mit der Welt überfordert. Aber dennoch frage dich, ob dir der Kontakt gut tut.

Das schlechte Gewissen

Grenzen werden oft nicht gesetzt, weil man ein schlechtes Gewissen bekommen könnte. Das Gewissen ist ein Teil in unserer Persönlichkeit; und das Gewissen ist auch dafür da, um uns zu schützen. Daher ist es auch für den inneren Richter (der das schlechte Gewissen erschafft) wichtig, dass wir uns Grenzen aufbauen. 

Denn der innere Richter hat auch nichts davon, wenn du außerhalb des Machbaren deine Energie verschleuderst und dich überarbeitest. Der innere Richter kann am sinnvollsten für dich arbeiten, wenn du auch mal NEIN sagst.

Ausdruck einer Grenze

Wenn du emotional verletzt bist, sagen einfach STOPP oder AUA. Erst dann wird dem anderen richtig bewusst, dass er eine Grenze überschritten hat. In der Regel will dir keiner wirklich wehtun. Man kennt nur deine Grenze nicht. Daher ist ein "Stopp, bis hierher und nicht weiter" sehr wichtig.

Konsequenzen oder Bestrafung

Konsequenzen zeigen auf, dass man es mit den eigenen Grenzen sehr ernst meint. Überschreiten andere deine Grenzen, obschon auch auf Konsequenzen aufmerksam gemacht wurde, sollten auch Konsequenzen folgen. 

Jedoch sollten es keine Bestrafungen sein und auch von beiden Parteien nicht so angesehen werden. Denn Bestrafungen halten i. d. R. nur kurzfristig.

Aussprechen von Grenzen in der Ich-Form

Formulierst du eine Grenze, dann sollten das stets in der Ich-Form gemacht werden und nicht in der Du-Form. In der Du-Form wird es zu oft als Anschuldigung verstanden. In der Ich-Form werden Bedürfnisse aufgezeigt. 

Beispiele: >>Ich möchte nicht, dass …<< sind dafür ein guter Einstieg. Noch besser ist ein Satz ohne Verneinung: >>Ich habe vor Ihnen Respekt und möchte, dass Sie mir auch Respekt entgegenbringen<<, oder: >>Ich habe schon sehr viele Akten zu bearbeiten und möchte diese auch gut und ordentlich bearbeiten, daher könnte der Praktikant doch einige Akten mitbearbeiten, oder?<<

Regeln des Grenzensetzens

1. Was hat dich konkret verletzt?

2. Eine weitestgehend objektive Darstellung der Situation und der Gefühle.

3. Was war daran ärgerlich?

4. Mache ein Vorschlag (Ich möchte, dass in der Zukunft …)

5. Prüfe, ob es für den Anderen nachvollziehbar ist.

6. Die Meinung des anderen mit aufnehmen. 

7. Und versuche einen Kompromiss zu finden (dann ist das Gewissen auch beruhigter).


Was ist, wenn Grenzen wieder nicht beachtet werden?

Es gibt Mitmenschen, die überschreiten regelmäßig deine Grenzen. Dann mache den anderen einfach mal nach. Viele stören sich daran, ihr eigenes Verhalten zu sehen. Damit verstehen viele, dass sie oft etwas falsch machen. Spätestens nach der Aussprache danach wird es ihnen deutlich.

Checke ab, ob andere Menschen auch mit dem Grenzüberschreiter Probleme haben, kann dabei helfen. Mit anderen über den Grenzüberschreiter sprechen, kann schon viel helfen. Es ist befreiend über die angestauten Gefühle der Grenzüberschreitung zu sprechen. Rede aber dabei niemals über jemanden schlecht. Das kommt nicht gut.

Teile mit, wie du mit solch einer Situation umgehst. Andere könnten sich auch durch die Grenzüberschreitung verletzt fühlen. Dann ist eine Aussprache eine gute Möglichkeit. Wenn mehrere mit dem Grenzüberschreiter sprechen, kann auch das Wunder wirken.


Praxisleitung: Andreas Kawallek

Praxis (HPG): Thomasiusstraße 3, 

10557 Berlin

und 

Praxis (HPG): Neue Gartenstraße 52 c,

15517 Fürstenwalde

0176/61 48 80 78

kawallek@heilkundigepsychotherapie.de

Internet: www.heilkundigepsychotherapie.de

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