Bindungsverhalten vom Kind zum Erwachsenen

Das Bindungsverhalten in der Kindheit wird vor allem durch die Mutter geprägt. Die Mutter gibt mit der Brust die Nahrung und durch die Umarmung bei der Nahrungsaufnahme die Geborgenheit, Sicherheit und Wärme. Die Forschung der Bindungsverhältnisse brachte in den letzten Jahren weitere große Erkenntnisse hervor. Doch wie zeigt sich das Sozialverhalten später in der Partnerschaft?

Als einer der Ersten, interessierte sich Bowlby für das Bindungsverhalten der Kinder und die daraus entstehenden Verhaltensweisen als Erwachsener. Jahrelange Forschungsarbeiten mit Beobachtungen von Mutter-Kind-Bindungen ergaben folgende Bindungsverhältnisse:

- Sichere Bindung

- Unsicher- ambivalente Bindung

- Unsicher- vermeidende Bindung


Der sichere Bindungstyp und dessen Auswirkungen

Durch die >> Fürsorglichkeit<< der Eltern verinnerlicht das sichere Kind eine Zuversicht, die sich von anderen Bindungstypen unterscheidet. Die Zuversicht richtet sich darauf, dass die Mutter die kindlichen Signale erkennt. Beim Getrenntsein von der Mutter hat das Kind die Zuversicht, dass die Mutter wieder kommt. Die Zuversicht besteht sogar, wenn das Getrenntsein mit negativen Gefühlen verbunden ist. So weinen diese Kinder auch, wenn sie sich allein fühlen. Aber sie fühlen sich nicht im Stich gelassen. 

Die Erwachsene Bindung

Der sichere Bindungstyp hat als Kind mehr Fantasie und kann besser allein als in der Gruppe spielen. Als Erwachsener hat er ein höheres Selbstwertgefühl, ist offen für Neues und aufgeschlossen. Der sichere Erwachsene kann die soziale Aufmerksamkeit länger auf den Partner richten, ohne sich durch Eifersucht, Neid oder Egoismus in den Vordergrund zu schieben. Insgesamt zeigt der sichere Typ ein gutes Sozialverhalten. Die sichere Bindung nennt man auch B-Bindung.


Der unsicher- vermeidende Typ

Im Vordergrund dieses Typen steht die kaum bis gar nicht vorhandene Zuversicht, im Bezug auf die Verfügbarkeit von Mama oder Papa. Diese Kinder gehen davon aus, dass ihre Erwartungen sowieso abgelehnt werden. Sie fühlen sich weggestoßen und als Resultat nicht liebenswert. Aus den Gründen werden (enge) Beziehungen vermieden. Enge Beziehung halten sie für bedrohlich. Bei Nähe entsteht ein Unwohlgefühl. Nervosität und sogar Aggression steigen bei einer zu nahen Bindung. 


Grund des Verhaltens

Der Grund für die Vermeidung liegt (nach Aussagen der Bindungsforscher) in der frühen Kindheit. Die Mutter zeigt gegenüber dem Kind häufig wenig Feingefühl und lehnt das Kind sogar oftmals aktiv ab. Dem unsicher- vermeidenden Typ fällt es schwer, dem Partner richtig zu vertrauen. Der unsicher- vermeidende Typ wird auch als Typ A-Bindung bezeichnet.


Der unsicher-ambivalente Bindungstyp

Der unsicher-ambivalente Bindungstyp zeigt eine ängstliche und abhängige Bindung zu den Eltern. Extreme Belastungen entstehen für das Kind, wenn die Eltern sich weiter weg entfernen und nicht mehr zu sehen sind. Das kommt aus dem kindlichen Gedanken, dass die Mama vielleicht nicht mehr zurückkommt. Schon beim Verabschieden der Mutter entsteht bei dem unsicheren- ambivalenten Kind Stress. Die Eltern zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen, mal feinfühlig und einfühlsam und mal abweisendes Verhalten. Vertrauen den Eltern gegenüber, kann das Kind nur bedingt aufbauen. Das Kind kann nur bedingt einschätzen, wie die Eltern auf das Verhaltensmuster des Kindes reagieren. Es versucht schon früh die Stimmung der Eltern zu interpretieren, damit es nichts falsch macht und bestraft wird. Beim unsicher- ambivalenten Kind entsteht keine Erwartungshaltung. Denn dazu ist es zu viel auf die Eltern konzentriert, statt auf sich selbst. Außerdem werden die kindlichen Erwartungen häufig enttäuscht. >>Papa verspricht ein Rundflug um Berlin und kommt mit einer Eisenbahn<<.¹


Die Erwachsene Bindung

Wie schon erkennbar, ist die Angst den Partner zu verlieren allgegenwärtig.  Der unsicher- ambivalente Typ will subjektiv mehr Nähe als der Partner und macht sich Sorgen, dass der Partner ihn nicht richtig liebt. Die Liebe ist für diese Bindung eine Verschmelzung von "du und ich". Eifersucht ist häufig an der Tagesordnung und die Grenzen des "du und ichs" sind nicht immer erkennbar. Für den unsicher- ambivalenten Typ wird auch die Bezeichnung C-Bindung und ängstlich-widerstrebende, ambivalente Bindung verwendet.



Coach und Therapeut

Andreas Kawallek

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¹ Beispiel von Bettina Wegener, Sind so kleine Hände, Lied: Ikarus