Bildung im 17. Jahrhundert

Schon im 17. Jahrhundert gab es schon sehr vielversprechende pädagogische Ansätze. Einen noch heute herausragenden Ansatz brachte COMENIUS hervor, mit den Worten: Omnes Omnia Omnino: alle alles von Grund aus lehren. REYHER, ein anderer Vertreter der Pädagogik, ging der wissenschaftlichen Ausrichtung der Bildung nach. Ein Gegensatz, den es heute noch in der Schule gibt.

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                                                                                                COMENIUS (1592- 1670

Johann Amos Komensky, der unter den Namen COMENIUS berühmt wurde, wuchs in einer Brüdergemeinde auf und wurde auch zum Bischof ernannt. Seine Pädagogik ging von einer göttlicher Orientierung aus und zwar für jeden Menschen. 

Der Unterricht, nach COMENIUS,  wird durch eine natürliche Methode geleitet. Er soll in der natürlichen Schrittfolge erfolgen: entstehen, wachsen, gedeihen.

Die Stellung COMENIUS als Bischof lässt es erahnen, welches große Ziel seine Bildung haben soll. Bildung wird als officina humanitatis vermittelt, dem lebenslanges Lernen. Damit kann den Menschen zum Verhältnis zu Gott zurückgeführt werden. Die Schule hat bei COMENIUS eindeutig einen metaphysisch, weil göttlichen Hintergrund.

Mit dem Ansatz Omnes Omnia Omnino war COMENIUS ein Vordenker im pädagogischem Bereich. Alle Kinder zu belehren war ein ganz neuer Gedanke. Die Allgemeine Schulpflicht gab es noch nicht. Mädchen, als auch Kinder aus fremden Kulturen, wurden zu Beginn der Schulpflicht ausgeschlossen. 

Andreas REYHER, postulierte hingegen eine realistische Wende und zeigte damit einen anderen Blickwinkel der Bildung auf. In der Schule sollten die nützlichen Dinge gelernt werden, Sprachen, Staatskunde und auch Naturwissenschaft, alles an der Wissenschaft angelegt. Vor allem die Naturwissenschaften waren in der >>realia<< ein wichtiges Instrument der Bildung. 

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                                                                            Andreas Reyher (1601- 1673) deutscher Pädagoge



Theokratie gegen Anthropokratie

Während COMENIUS noch in der Bildung den göttliche Weg ausarbeitet, beginnt mit REYHER die Wissenschaft in die Bildung einzufließen. Auch heute haben wir noch mit der Antithese der Theokratie vesus der Anthropokratie zu tun. Das wird deutlich, durch die göttliche Bildung im Religionsunterricht. Hingegen wird im Ethikunterricht die Bildung zum individuellen Selbst gelehrt. Doch konnte die Naturwissenschaft die göttliche Bildung schrittweise- bis zu einem gewissen Teil-  in den Jahrhunderten verdrängen. Dennoch gibt es noch immer viele katholische oder evangelische Schulen, die auch von Nonnen und Mönchen unterrichtet werden, damit ist die göttliche Bildung noch immer vorhanden. Auch besitzt die Theokratie Einfluss im Curriculum. So werden die Lehrinhalte des Religionsunterrichts einzig von dessen Glaubensrichtungbestimmt. Vom Kruzifix in den Klassenzimmern ganz zu schweigen


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Bildungswissenschaftler und Psychotherapeut

Andreas Kawallek

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